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Seekrank-/heit

Kutterangeln

Oldman, 27.08.10

Void
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Seekrank-/heit Das Hochseeangeln vom Kutter auf Dorsch und Co. erfreut sich großer Beliebtheit. Doch so manchem ist es im wahrsten Sinne des Wortes schlecht bekommen.

 
Ich weiß wo von ich spreche. Jahrelang fuhr ich Ein bis Dreimal zum Hochseeangeln, meistens von Burg auf Fehmarn oder Großenbrode aus und hatte nie Probleme. Ich glaube es war so im sechsten Dienstjahr beim Bund. Wieder war über ein langes Wochenende von Fünen aus Hochseeangeln angesagt. Auf der Fähre nach Langeland ging es nach einem opulenten Mahl feucht fröhlich zu und das alles kostenlos im Kapitänssalon, da man vergessen hatte unseren 6 Personentisch freizuhalten ,welchen wir reserviert hatten. Gesättigt und lustig erreichten wir unser Privatquartier auf Fünen, wo schon
wieder Essen auf uns wartet – Sauerbraten mit Knödel und Rotkohl mit entsprechenden mitgebrachten Getränken.
Nach einer kurzen Nacht ging es dann auf den von uns gemieteten Kutter.  Ruten an der Reling befestigt den Kapitän und dessen Gattin begrüßt ,ging es dann nach einem Begrüßungsschluck l
 
 
auch schon los. Bis jetzt war noch alles gut.
Der erste Angelplatz war erreicht –kaum hatte ich den Pilker ausgeworfen wurde mir irgendwie anders – erst wurde mir warm, dann traten Schweißperlen ins Gesicht, aus der Wärme wurde Kälte, die Gesichtsfarbe wechselte von normal ins Weiße - dann rannte ich auch schon zur Reling zum Anfüttern. Nun ja -wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen.
 
 
 
 
Kaum nahm der Kutter wieder Fahrt auf war alles wieder in Ordnung –doch sobald er wieder standging das Ganze von vorne los. Ja nun hatte die Seekrankheit mich auch erwischt.
 Letztendlich war ich heil froh als die Fahrt zu Ende war. So etwas hatte ich doch noch nie, dachte das war was Einmaliges und gab der Völlerei vom Vortag die Schuld an diesem Dilemma. So lebte ich dann diesen Tag auch ganz solide, denn am anderen Morgen ging es wieder auf große Fahrt.
Was soll ich lange Schreiben – es ging wieder los – alle guten Ratschläge wie festen Horizont suchen, sich ablenken bis hin zum berühmten Kaugummi, halfen nichts.
Da ja solche Touren oft wie unsere auch an Monaten welche ein R in ihrem Namen haben stattfinden- es also kalte Monate sind- friert mann, so total geleert, doppelt so stark.
Das lieb gemeinte Angebot in der warmen Kajüte Platz zu nehmen erwies sich auch als totaler Flop
- ich beschreibe es einmal so – die Wände der Kajüte kamen wie die Mauern eines Wolkenkratzers auf mich zu. So suchte ich dann den Platz auf an dem es mir am Besten ging.
Die Fischkiste genau in der Mitte des Bootes. Bei Kuttern mit Gastronomie ist es die Mitte des
„Lokales!
 
Ich gab nicht auf, präpariert, mit den neuesten Medikamenten gegen Seekrankheit .versuchte noch einige Male mein Glück .Leider immer mit dem gleichen schrecklichen Ergebnis. Ja es wurde so schlimm, dass ich nicht einmal eine Seebrücke betreten konnte. So verlegte ich mich aufs Brandungsangeln.
Aus vorgenannten Gründen befasste ich mich ein wenig mit dem Thema Seekrankheit.
Hier eine Zusammenfassung.
Was ist Seekrankheit.
Seekrankheit – Reise-oder Bewegungskrankheit((Kinetose) Es gibt unterschiedliche Stärken
der Seekrankheit. Entscheidend für die Stärke ist die Wellenlänge der Bewegung. Kurze Wellen
lösen eine schwächere Seekrankheit als lange Wellenbewegungen aus. Die Symptome jedoch sind
die Selben.
Symptome:
Einige Symptome wie kalter Schweiß ,Blässe, Frösteln, drückendes Gefühl in der Magengegend und
Erbrechen habe ich schon Eingangs beschrieben.
Wodurch ausgelöst:
Wodurch die Seekrankheit ausgelöst wird, da ist man sich nicht 100% sicher.
Aufgrund vieler Versuche ist jedoch die vorherrschende Meinung, dass der Auslöser in den
widersprüchlichen Informationen welche die Augen, Gelenke und Innenohr zur eigentlichen Lage und Bewegung des Körpers dem Gehirn liefern. Man spricht oft –ist nicht ganz richtig -von einer
Gleichgewichtsstörung.
 
was tun wenn man direkt betroffen ist:
 -mit aufrecht gehaltenen Kopf, einen Punkt am Horizont betrachten.
-sich ablenken z. b. ein interessantes Gespräch beginnen.
 
sollte nichts helfen
- den ruhigsten und tiefsten Punkt – Schiffsmitte (Fischkiste) aufsuchen
- hinsetzen, wenn möglichauf den Rücken legen und Augen schließen.
- auf einen freien Weg zur Reling achten.
 
 
Was kann man vorbeugend tun:
- gegen die Seekrankheit und Reiseangst antrainieren.
-   vor und während der Fahrt keinen Kaffee, Schwarzen Tee oder Alkohol trinken –
   Wasser ist angesagt
- vor und während der Fahrt keine schwere sonder fettarme, kohlehydratreiche Kost zu sich 
   nehmen.
 
 
 
Arzneimittel:
Dieses ist ein besonderes Kapitel. Mittlerweile gibt es viele verschreibungspflichtige
und Apothekenpflichtige Arzneimittel. Alle haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen
so das ich hier keine Empfehlung aussprechen möchte.
Auch das kauen von Ingwer und Akkupunktur sollen helfen.
 
Schlusswort:
Bei mir wurde bei einem Hörtest ein Hörschaden durch schießen beim Bund festgestellt, woraus
wohl meine plötzlich auftretende Seekrankheit resultiert.
Ich werde deshalb als vorbeugende Maßnahme gegen die Seekrankheit antrainieren – mit einem Ruderboot fange ich an und einige Tage vorher und während   der Fahrt solide leben und als der Weisheit letzter Schluss vorbeugend , mitgenommene , verschreibungspflichtige Arznei zu mir nehmen.
 
Mal sehen ob es hilft.
 
Gruß Oldman


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