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Sludge1

Bibersession Mühlwasser

Die Schlacht im Nationalpark

LEX, 05.07.07

Void
3,8
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Ich war mental wieder so weit, es wirklich zu wagen. Es zu wagen, mit Match - u. leichter Grundrute bewaffnet, an der gefürchteten Wochenends-Anglerfront Mühlwasser Lobau in den Kampf zu ziehen. Bereit gegen die schlimmsten dunkle Mächte, die in materialisierter Form von schreienden Kindern, stockwerfenden Pensionisten und sportbegeisterten Frischluftfanatikern auftraten, in die heroische Schlacht zu ziehen. Ja, ich war hart. Mein stählerner Geist und meine mentale Stärke war auf alle Eventualitäten eingestellt. Oder war es schon aufkeimender Wahnsinn, der mich an einem ! Samstag ! ans einst so besinnliche Mühlwasser trieb ?



Nein, es war schlicht und einfach darauf zurückzuführen, daß ich den letzten Wochen auf meinen neuen Gewässern nicht so gefangen habe, wie ich mir das vorgestellt habe. Hochmotiviert war ich noch Freitags ( 1.6 ) nach der Arbeit nach Oeynhausen gefahren, um die Spinnsaison mit einem fetten Hecht zu starten. Tja. Dem war leider nicht so. Der Kanal schied für mich aus, da bis 15.6 die Barben ihre verdiente Schonzeit genießen. Und die sind nun mal Zielfisch Nr.1 in diesem tückischen Gewässer. Also was blieb mir übrig, wenn ich sicher fangen wollte ? Mühlwasser Lobau. Gewisse Streckenabschnitte kenne ich mittlerweile wie meine Westentasche. Und siehe da, dort angekommen...keine Menschenmassen, keine schreienden Spaziergänger... was war da los ? Reaktorunfall ? Waren alle daheim, verbarrikadierten sich schon in ihren Häusern, während ich der Einzige war, der es nicht wußte und in aller Seelenruhe angeln ging ? Nein. Ein Angelkollege war ebenfalls am Wasser. Und ein "Normaler" noch dazu. Na passt ! So wurde ein Schwätzchen geführt, Erfahrungen ausgetauscht und dann gings los. Wir beangelten Beide das gleiche berüchtigte "Loch". Also wurde mittels "primitive instinct rig" auf der Muldenkante mit Mistwurm und Rösthanfmischung angegriffen, und mit der Matchrute das Mittelwasser an der tiefsten Stelle nach großen Rotaugen durchsucht. Auf die ersten Bisse musste man nicht lange warten und so konnte ich relativ schnell ein paar Brachsen der 35er Klasse fangen. Alle mit Mistwurm an der Grundmontage. Der Waggler ging mindestens alle 3 Minuten auf Tauchstation, und so konnte ich einen bunten Reigen der heimischen Fischpalette vom Haken befreien. Rotaugen, Rotfedern, kleine Barsche, kleine Brachsen und Sonnenbarsche, die mittlerweile beachtliche Größen erreichten und gierig die angebotene Maden/Caster-Kombi verschlungen. 


Beim Kollegen war interessant zu beobachten, wie er mit Schwimmbrot einen guten Rapfen nach dem anderen ausdrillte, und mir bereitwillig von Ufer zu Ufer seine Montage erläuterte. Ich habe in meinem Leben dort noch Keinen gefangen. Ja, man lernt nicht aus. Irgendwann verabschiedete er sich freundlich und trat mittels Fahrrad seinen Heimweg an. Schwimmbrot hatte ich natürlich keins mit. Damned. Egal. Aber das nächste Mal ;) Schön langsam brach die Dämmerung herein, es nieselte leicht und an allen Ecken knackte und raschelte es im Gehölz. Na genau, die Biber wurden aktiv. Durch das Fehlen eines natürlichen Feindes, nimmt die Biberpopulation eindeutig zu und so kommen sie, sobald die Sonne hinter den Bäumen verschwunden ist, aus ihren Bauten und gehen ihren Tätigkeiten nach. Vor einigen Jahren noch, waren sie blitzschnell verschwunden wenn man auch nur das leiseste Geräusch machte, doch mit welcher Dreistigkeit und Seelenruhe die Burschen mittlerweile zu Gange waren, kann eigentlich mit Worten nicht beschrieben werden.


Da wurden armdicke Äste gezogen, Bäume lautstark angenagt, getaucht und sinnlos wirkend, im Kreis geschwommen um bis 2 Metern vor meinen Füßen durchs Wasser zu pflügen. An ein Weiterfischen war nicht mehr zu denken. Und so packte ich meine Siebensachen, beobachtete noch eine Weile die faszinierenden, geschmeidigen und frechen Plattschwänze bei ihrem Treiben und fuhr dann mit wirklich guten Gedanken und mentaler Befriedigung nach Hause. Wenn keine Menschen störten, hatte dieses Stück Altarm doch noch seinen ganz besonderen Reiz.  Lobau ich komme wieder - bei schlechtem Wetter und natürlich mit Schwimmbrot ;)

tight lines

sludgE

 


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